CPPD | Eröffnung: Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ | Goethe-Institut Madrid

Am 18. Juni 2025 wurde im Rahmen der 3. Deconfining Konferenz „Towards pluralistic voices – On funding systems and the work on archives in European-African cultural relations“ das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ im Garten des Goethe-Instituts in Madrid eröffnet.

Eine zentrale gesellschaftspolitische Herausforderung unserer Zeit liegt in der kritischen Auseinandersetzung mit der europäischen Kolonialgeschichte und aktuellen dekolonialen Prozessen. Genau hier setzt die Ausstellung des Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ an. Das Dynamic Memory Lab ist ein modularer Ausstellungsbau, der sich Themen der europäischen Erinnerungskultur widmet. Nach seiner Eröffnung im Frühjahr in Berlin, ist das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ aktuell im Goethe-Institut Madrid zu sehen. Die Eröffnung fand am 18. Juni im Rahmen der 3. Deconfining Konferenz „Towards pluralistic voices – On funding systems and the work on archives in European-African cultural relations“ statt. Die künstlerische Kuratorin des DML, Cátia Severino, und CPPD-Kurator Max Czollek nahmen an Podiumsdiskussionen teil und führten in das Konzept des Dynamic Memory Lab ein. 

In ihrer Eröffnungsrede verwies Ko-Kuratorin Cátia Severino den Fokus der Ausstellung auf Dekolonisierung als konkrete, politische Praxis. Erinnern im Kontext von Dekolonisierung, so Severino, bedeute neben Rückblick vor allem aktives Zuhören: auf das, was zum Schweigen gebracht wurde; auf Stimmen, die marginalisiert wurden; auf Geschichten, die verdrängt worden sind; und auf das Aufzeigen von Machtverhältnissen, die bis heute fortwirken. Genau das macht das Dynamic Memory Lab: einen Raum schaffen für Dialog: „This exhibition is not the end of a conversation – it is an opening.“

Dieses zentrale Motiv spiegelt sich auch in der regionalen Erweiterung der Ausstellung in Madrid wider: In Zusammenarbeit mit den spanischen Partnerorganisationen Conciencia Afro und Osikán Vivero de Creación e Imaginación Social wurden die Arbeiten aus künstlerischen Residenzen in die Ausstellung einbezogen. Die Performances eröffneten zeitgenössische Perspektiven auf koloniale Gewalt, rassifizierte Arbeitsverhältnisse, unterdrückte Narrative und Erinnerungspraktiken.

Diese zentralen Themen wurden im Rahmen der Deconfining-Konferenz aufgegriffen und weiterentwickelt, u.a. in der Frage, wie europäische Kulturförderung und Archivpraxis gestaltet sein müssen, um postkoloniale Machtasymmetrien aufzubrechen. In den Paneldiskussionen wurde zudem der Bedarf an langfristigen, transparenten Förderstrukturen deutlich, um lokale Akteur*innen und Initiativen zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu sichern. Dabei ist die Etablierung eines Verständnisses von Archiven als lebendige Orte des Austauschs, die Irritation zulassen und sich kontinuierlich weiterentwickeln, essentiell. 

In seinen abschließenden Bemerkungen stellte CPPD-Kurator Max Czollek die Arbeit der CPPD als europäisches Netzwerk künstlerischer, zivilgesellschaftlicher und bildungspolitischer Praxis vor. Czollek betonte die Notwendigkeit, Pluralität machtkritisch zu denken.

Das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ ist noch bis  Ende August 2025 im Garten des Goethe-Institut Madrid für Besucher*innen geöffnet. 

Fotos: ©Goethe Institute Madrid, 2025

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