Dagesh I Rückblick auf die 2. Qualifizierungstage 2025

Rückblick: 2. Qualifizierungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen: Vermittlung jüdischer Kunst der Gegenwart und Handlungsmöglichkeiten gegen Hate Speech & Antisemitismus

Die pädagogische Arbeit an der Schnittstelle von Kunstvermittlung und politischer Bildung erfordert stets auch die Förderung von Handlungskompetenzen im Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und digitalen Herausforderungen. Im Rahmen der zweiten Qualifizierungstage 2025 für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen von Dagesh On Tour Ende Juni in Berlin wurden diese Schwerpunkte während drei vielfältigen und intensiven Tagen vermittelt. Das Programm verband dabei theoretische Impulse, praxisorientierte Methoden und konkrete Fallanalysen. Zudem bot es Gelegenheit für eine interne Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.

Den ersten Tag in der Alten Feuerwache leitete ein Workshop von Theresa Lehmann (Amadeu Antonio Stiftung) zu digitalen Lebenswelten von Jugendlichen ein. Diskutiert wurden das Informationsverhalten junger Menschen, Risiken wie Hate Speech, Doxing, Deepfakes oder Verschwörungserzählungen sowie die Rolle von Social Media bei rechter Mobilisierung. Besonders im Fokus stand der Umgang mit Hate Speech: Solidarische Unterstützung, Gegenrede, Meldewege und Aufklärung über Codes und Dogwhistles. Chancen für Prävention und Empowerment von Jugendlichen wurden anhand praktischer Beispiele in Bezug auf die Arbeit der pädagogischen und künstlerischen Referent*innen von Dagesh on Tour vorgestellt.

Anschließend gab Marcus Scheiber (Projekt Decoding Antisemitism) Einblicke in seine Forschung zu antisemitischen Kommunikationsmustern im Netz. Er thematisierte insbesondere die Herausforderungen digitaler Diskurse, die Gamifizierung von Hass und die Bedeutung von Bildpropaganda.

Am zweiten Tag standen die Praxis und Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit im Vordergrund. Das erprobte Duo aus Künstlerin Nathalie Frank und pädagogischer Referentin Antonia Debus stellte ihr Best-Practice-Beispiel aus einem Comic-Workshop im Rahmen von Dagesh on Tour vor. In einer anschließenden Zukunftswerkstatt mit Paulina Schmid wurde die zuvor durchgeführte Evaluation der Zusammenarbeit zwischen Büroteam und Referent*innen vorgestellt und reflektiert. Ziel war es, Kommunikationswege zu stärken und Rollen sowie Verantwortlichkeiten klarer zu fassen.

Der dritte Qualifizierungstag widmete sich den rechtlichen Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit, sowie der Arbeit an konkreten Fallbeispielen. Im Anschluss an eine Einführung ins Thema von Marina Chernivsky (Ofek) wurden in Kleingruppen zwei aktuelle Vorfälle aus der Praxis analysiert, welche die pädagogischen Herausforderungen im Umgang mit antisemitischen und rassistischen Vorfällen klar aufzeigten und die Notwendigkeit klarer Absprachen, Dokumentationen und einem engen Austausch zwischen Referent*innen und Büroteam verdeutlichten. Besonders betont wurde dabei die Verantwortung der Schulen und Bündnispartner, sowie auch die Aufgabe des Dagesh-Teams, Schutz und Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Fotografie: Elena Krasnokutskaya

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