Dynamic Memory Lab – Eröffnung
»Nước Đức. Vietnamesisch-Deutsche Migrationsgeschichte(n)«
Das DML „nước Đức“ wird am 20. September 2025 im Rahmen des heimaten Festivals eröffnet, begleitet von Workshops, Paneldiskussionen und künstlerischen Interventionen.
Das Dynamic Memory Lab ist ein dynamischer Erinnerungsraum. Eine partizipative Ausstellung. Ein Ort gelebter Pluralität. Als Laboratorium, das ganz dem Erinnern gewidmet ist, ist es dynamisch, flexibel, offen, unabgeschlossen. Es lädt ein zum Teilen, Innehalten, Diskutieren, Um- und Weiterdenken. Darüber, was Erinnerung ist, und darüber, was Gesellschaft sein kann.
Das Dynamic Memory Lab Nước Đức nimmt die vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte in den Blick und geht der Frage nach, wie Geschichte erinnert und erzählt – oder auch verdrängt und verschwiegen wird.
Im Fokus stehen Erinnerungen und Erfahrungen der vietdeutschen Community, die sich über mehrere Jahrzehnte zwischen Flucht und Vertragsarbeit, zwischen Nord- und Südvietnam und Ost- und Westdeutschland, zwischen Gewaltgeschichte und Selbstermächtigung bewegen und überkreuzen. Nước Đức gibt Erfahrungen Raum, die selten im Zusammenhang oder gegenseitigem Bezug betrachtet werden, obwohl sie eng miteinander verwoben sind. Zusammen bilden diese Erfahrungen ein erinnerungskulturelles Spannungsfeld, das alle politischen und gesellschaftlichen Himmelsrichtungen des Kalten Krieges und der Nachwendezeit umfasst – wie ein Kompass, der ideologische Brüche ebenso sichtbar macht wie biografische Verflechtungen.
Die Kurator*innen Dan Thy Nguyen und Nina Reiprich versammeln Beiträge von Künstler*innen und Aktivist*innen der jungen Generation vietdeutscher Einwanderer*innen, die sich multiperspektivisch der vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte zuwenden. In künstlerischen Auseinandersetzungen, persönlichen Texten und Interviewsequenzen spüren die Beteiligten an Nước Đức den komplexen Erfahrungen der vietdeutschen Communities nach. Sie legen Widersprüche, Brüche und Leerstellen offen. Diese Erfahrungen werden als gegenseitiger Bezugsraum erzählt: Als Erinnerungen einer pluralen Community – und als Erinnerungen einer pluralen Gesellschaft. Es sind keine linearen Erzählungen, sondern ein Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Dabei stellt Nước Đức zentrale Fragen: Wer wird gehört? Welche Erinnerungen erhalten Raum? Was bleibt im Schatten? Und wie kann eine gemeinsame multiperspektivische Geschichte erzählt werden?
Kurator*innen wie Künstler*innen laden ein und fordern dazu auf, die vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte in all ihrer Vielschichtigkeit als Teil unserer gemeinsamen deutschen und europäischen Geschichte zu verstehen. Das DML nước Đức eröffnet dabei einen Raum für neue, vielschichtige Formen des gemeinsamen Erinnerns und fordert dazu auf, Grenzen in Erinnerungsdiskursen zu hinterfragen und vor allem Erinnerung als Funktion unserer Gesellschaft zu stärken.
Das heimaten Netzwerk ist eine Initiative von Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von heimaten, gefördert durch Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.