Dagesh I Rückblick auf die dreitägige Dagesh on Tour Qualifizierungstage

Weiterbildungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen zu den Themen Kinderschutz, Vermittlung jüdischer Gegenwartsmusik und Handeln gegen Antisemitismus

Die kontinuierliche und fachspezifische Weiterbildung von Künstler*innen und Bildungsreferent*innen im Rahmen von Dagesh on Tour ist entscheidend, um sie für die komplexen Anforderungen der kulturellen und antisemitismuskritischen Bildungsarbeit zu stärken. Gleichzeitig schaffen spezialisierte Schulungen Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden pädagogischen Situationen und sensibilisieren für rechtliche sowie gesellschaftliche Dimensionen der außerschulischen Bildungsarbeit. Mit einem vielfältigen und inspirierenden Programm setzten die dritten Dagesh-Qualifizierungstage 2025 in Berlin wichtige Akzente für die Weiterentwicklung der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.

Zum Auftakt der Qualifizierung traten unsere Künstler*innen und Bildungsreferent*innen selbst in die Rolle von Workshop-Teilnehmer*innen. Im Mittelpunkt der Übung stand die Frage, wie jüdische Gegenwartsmusik zeitgemäß und kreativ vermittelt werden kann. Die DJs Zerah Tanfous und Esra Wüstefeld präsentierten medien- und musikpädagogische Methoden, mit denen Kinder und Jugendliche lernen, selbst Musik zu mischen – und dabei nicht nur ihre kreativen und technischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch Einblicke in jüdische Kultur und ihr vielschichtiges musikalisches Erbe gewinnen.

Am zweiten Tag gab Sozialpädagogin und Jugendtherapeutin Cordula Klaffs einen Einblick in die Grundlagen der Kinderrechte und des Kinderschutzes. Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung der Kinderrechte in Deutschland führte sie in die Grundlagen des Kinderschutzes ein. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam über herausfordernde Situationen im Dagesh on Tour Workshopalltag, pädagogische „Do’s and Don’ts“ und erhielten Literaturempfehlungen zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.

Am Nachmittag gestaltete die Illustratorin Anne Lehmann den praktischen Teil des Tages. In einem interaktiven Workshop zeigte sie, wie durch gelungene Flipchart-Gestaltung und Visualisierung von Arbeitsergebnissen der Lerneffekt bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig gesteigert werden kann. Die Teilnehmenden äußerten sich begeistert über die Möglichkeit, die neu gewonnenen Methoden direkt in den kommenden Dagesh on Tour Workshops – u.a. in Seesen, Chemnitz und Hamburg – anwenden zu können.

Am dritten und letzten Weiterbildungstag hielt Alexandra Wichmann, Juristin bei Ofek e.V. einen Fachvortrag zum Thema antisemitische Straftaten, Äußerungen und Handlungen im Kontext der außerschulischen Bildungsarbeit von Dagesh on Tour. Sie gab einen fundierten Überblick über strafrechtliche Grundlagen und diskutierte gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche pädagogische Implikationen. Die Teilnehmer*innen ergänzten konkrete Beispiele aus ihrer Workshop -Praxis bei Dagesh on Tour und verwiesen damit auf die anhaltende Dringlichkeit und Relevanz der Auseinandersetzung mit der Thematik. Die anschließende Reflexionsrunde zu den gemeinsamen Tagen wurde von der politischen Bildnerin Ruth Fischer moderiert.

Neben dem fachlichen Austausch boten die letzten Qualifizierungstages des Jahres auch die Möglichkeit einer ersten Zwischenbilanz eines äußerst erfolgreichen Workshopjahres: Über 80 Workshopangebote in sieben Bundesländern haben wir bereits mit großem Engagement umgesetzt – und damit bis zu 1000 Kindern und Jugendlichen kreative Zugänge zur zeitgenössischen jüdischen Kunst eröffnet.

Wir danken allen Teilnehmenden für die intensiven Arbeitstage und die inspirierenden Diskussionen sowie unseren Expert*innen für das Teilen ihrer Erfahrungen und Expertisen, mit denen sie das Bildungsprogramm von Dagesh on Tour nicht nur mitgestalten, sondern auch weiterentwickeln.

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