CPPD | Podcastfolge 50 „ERINNERUNGSFUTUR“

Berliner Straßennamen im Kontext öffentlichen Erinnerns. Nicole Schweiß im Gespräch mit Akteur*innen des Ausstellungsprojekts “umbenennen?!”

In dieser Episode des CPPD-Podcasts Erinnerungsfutur wird das Thema der Benennung und Umbenennung von Straßen in Berlin beleuchtet, das sowohl historisch als auch gesellschaftlich von großer Bedeutung ist.
Im Mittelpunkt steht das Ausstellungsprojekt „umbenennen?!“, initiiert vom Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Zusammenarbeit mit den zwölf Berliner Regional- und Bezirksmuseen. Unter der Leitung von unter anderem Nora Hogrefe wird untersucht, welche komplexen Geschichten hinter den Straßennamen der Stadt stehen, von kolonialen und nationalsozialistischen bis hin zu post-migrantischen Bezügen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die internationale Tagung zur Frage nach der Rolle von Straßennamen und Benennungspraktiken im Kontext öffentlichen Erinnerns, auf welche in der Folge ebenfalls zurückgeschaut wird.

Diese Expert*innen kommen zu Wort:
Nora Hogrefe erläutert die Ziele des Projekts und dessen Bedeutung für die Berliner Erinnerungskultur.

Heike Hartmann, Museumsleiterin des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf, gibt einen Überblick über die internationalen Tagungen, die im Rahmen des Projekts organisiert wurden, und teilt zentrale Erkenntnisse aus den Diskussionen.

Christina Haritas, Postdoktorandin an der Freien Universität Berlin, analysiert die Rolle der Medien bei der Berichterstattung über Umbennungen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse.

Leon Biela, Doktorand an der Universität Freiburg, beleuchtet die historische Kontinuität von Umbenennungen am Beispiel des Bonte-Kais in Wilhelmshaven.

Pegah Byroum-Wand, freie Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, hinterfragt die Macht- und Ressourcendynamiken in Umbenennungsprozessen.

Tülay Güneş, Architektin und Stadtforscherin, geht auf die post-migrantische Perspektive in der Stadtplanung ein und hebt die Bedeutung migrantischer Narrativen für eine inklusive Erinnerungskultur hervor.

Diese Episode bietet einen tiefen Einblick in die vielschichtigen Geschichten und Debatten rund um die Straßennamen und regt zur Reflexion über die historische Verantwortung und die Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft an.

***
Bei ERINNERUNGSFUTUR berichten Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen über ihre Arbeiten zu und Perspektiven auf Erinnerungskulturen in Deutschland und Europa. Die Reihe ist Teil des Podcasts der DialoguePerspectives e.V.

***
Sprecher*innen: Nicole Schweiß, Nora Hogrefe, Heike Hartmann, Christina Haritas, Leon Biela, Pegah Byroum-Wand, Tülay Güneş; Editorial team: Hannah Blumas, Nihal Çalışır; Audio-Edit: Gal Yaron Mayersohn; Film Glitch by Snowflake ©2017 Licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial (3.0) license; Illustration: Rosa Viktoria Ahlers; Kurator*innen: Jo Frank, Johanna Korneli, Max Czollek | © 2026 DialoguePerspectives e.V. | http://www.cppdnetwork.com | Shownotes: https://bit.ly/3NhBD26 & https://umbenennen.berlin/

Mehr News

Future 500 | Retrospekt: Sommer Workshop “Has Dialogue Failed? Towards a New Concept of Interreligious Engagement”

Future 500 | Retrospekt: Sommer Workshop “Has Dialogue Failed? Towards a New Concept of Interreligious Engagement”

Der interreligiöse Dialog hat einen Großteil seiner Legitimität auf einem unhinterfragten Syllogismus aufgebaut: dass Kontakt Verständnis schafft, Verständnis Vertrauen schafft und Vertrauen schließlich Frieden hervorbringt. Diese Abfolge bricht in der Praxis zusammen. Die theologische Einordnung des Krieges in der Ukraine durch die russisch-orthodoxe Kirche, der Zusammenbruch der Dialogräume nach dem 7. Oktober und der darauf folgende Krieg im Gazastreifen sowie das Aufkommen von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus in ganz Europa haben offenbart, wie leicht Begegnungen mit anhaltendem Unrecht koexistieren oder diesem sogar Deckung bieten können. Rafael Tyszblat von unserer Partnerorganisation Connecting Actions erklärte: „Die zu frühe Suche nach Gemeinsamkeiten ist oft das Ergebnis mangelnder Ehrlichkeit, wenn es um Machtverhältnisse geht. Frieden lässt sich nicht allein durch gute Absichten erreichen.“ Was benötigt wird, ist kein weiteres Format, sondern die Bereitschaft zu hinterfragen, wem ein bestimmter Raum der Begegnung tatsächlich dient.

Mehr lesen
Future 500 | Call for Applications: Religion as a Weapon Violence and the Challenge  of Solidarity

Future 500 | Call for Applications: Religion as a Weapon Violence and the Challenge of Solidarity

13. – 15. Oktober 2026 | London, United Kingdom
Das erklärte Ziel von Future 500 ist es, den interreligiösen und weltanschaulichen Dialog anders anzugehen: kritischer, ehrlicher und mit größerer Relevanz für die Konflikte, die die europäischen Gesellschaften und ihre Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften prägen. Der Herbst-Workshop 2026 nimmt dieses Ziel als Ausgangspunkt.

Mehr lesen