Dagesh – Studio on the Road #Purim Edition
„Purim-Prisma zwischen Schein und Sein. Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis”
Im Deutschen Hygiene-Museum Dresden startete im März Dagesh – Studio on the Road: eine neue bundesweite Veranstaltungsreihe, die zeitgenössische jüdische Kunst in verschiedene Städte bringt und Raum für Begegnung, Diskurs und künstlerischen Austausch schafft.
Esther, Masken und Gegenwartsrelevanz
Das Thema des Abends – Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis – war bewusst um das jüdische Fest Purim herum konzipiert: ein Fest der Selbstbehauptung, der Maskerade und der Befreiung. Den Auftakt bildete eine eindringliche Performance von Ido Gotlib und der Schauspielerin Deborah Schneidermann, die die biblische Figur der Königin Esther in die Gegenwart holte.
Im anschließenden Podiumsgespräch – moderiert von Dagesh-Kurator Daniel Laufer – diskutierten die Schriftstellerin Lana Lux, Schauspieler Benyamin Reich und Künstlerin Anna Schapiro über Identität, Frauenrollen und künstlerisches Wirken zwischen Verbergen und Offenbaren in einer nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft. Benyamin Reichs pointierter Satz fasste die Stimmung treffend zusammen: „Für Juden in Deutschland ist eigentlich immer Purim.“
Genau deshalb braucht es Formate wie Dagesh – Studio on the Road: als Plattform, auf der jüdische Künstler*innen sichtbar werden können, ohne sich verstellen zu müssen.


Netzwerk, Workshops und ein besonderes Konzert
Die Veranstaltung war mehr als ein einzelner Abend. Bereits am Vortag fand ein Dagesh-on-Tour-Workshop in Kooperation mit dem Kulturbüro Dresden statt, der auf große Resonanz stieß. Parallel dazu reisten 20 Netzwerkmitglieder aus ganz Deutschland an für ein Treffen, das Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung bot.

Auf dem Programm standen ein Workshop zu Herausforderungen in der Musikszene, geleitet vom DJ-Duo Balagan Sisters, sowie ein Besuch beim Projekt „Die ewige Schrift – eine Tora für Dresden“ mit einem Gespräch mit Kuratorin und Dagesh-Mitglied Jahna Dahms.
Einen berührenden Abschluss bildete der musikalische Beitrag des israelischen Musikers Yehuda Kornfeld. Da er aufgrund des Krieges im Nahen Osten nicht aus Israel anreisen konnte, stellte er sein noch unveröffentlichtes Album zur Verfügung – und so hörten alle gemeinsam rein, getrennt durch Entfernung und doch verbunden. Trotz der Schwere des Moments – die Gedanken galten auch den Menschen vor Ort, Freund*innen und Familien – entstand ein Raum für Begegnung.
Die Resonanz auf den Dresdner Abend war groß – und bestätigte eindrücklich, wie wichtig Formate sind, die jüdische Kunst, Diskurs und Gemeinschaft zusammenbringen.