EPNA | Call for Applications: Summer Workshop in Brüssel

The EU Framework as a Model? Supranational Approaches to Combating Antisemitism

2. – 4. Juni 2026 | Brüssel, Belgien


Der dreitägige Workshop bringt Expert*innen aus Europa, der WANA-Region sowie aus dem transatlantischen Raum und dem Kontext der Abraham-Abkommen zusammen, um die institutionellen Rahmenbedingungen der EU zu untersuchen und zu erörtern, welche Vorteile supranationale politische Ansätze zur Prävention von Antisemitismus bieten – und wo ihre Grenzen liegen.

Antisemitismus macht nicht an Landesgrenzen Halt – und politische Maßnahmen, die innerhalb dieser Grenzen konzipiert werden, sind nicht nur unzureichend, sondern strukturell ungeeignet, um die Herausforderung zu bewältigen, der sie begegnen sollen. Wirksame Maßnahmen müssen daher auf einer Ebene ansetzen, die dem Ausmaß und der Tragweite des Problems entspricht. Die EU-Institutionen bieten ein konkretes und lehrreiches Beispiel für supranationale Politikgestaltung in der Praxis. Doch „lehrreich“ ist ein zweischneidiges Schwert: Neben echten Errungenschaften offenbaren die EU-Rahmenwerke auch erhebliche Lücken – bei der Umsetzung, bei der Reichweite und bei ihrer Fähigkeit, die praktischen Erfahrungen der vor Ort tätigen Akteur*innen einzubeziehen.

Hier kommt den Netzwerken wie EPNA eine entscheidende Rolle zu – nicht nur bei der Auseinandersetzung mit bestehenden politischen Rahmenbedingungen, sondern auch bei deren aktiver Mitgestaltung: Sie müssen die Politikentwicklung von Anfang an begleiten, aufzeigen, was institutionelle Ansätze übersehen oder verzerren, und darauf bestehen, dass das Wissen der Praktiker*innen als primäre Quelle und nicht als nachträglicher Einfall behandelt wird.

Der Workshop befasst sich mit folgenden Fragen:

  • Wie funktionieren die Institutionen und Rahmenbedingungen der EU im Kampf gegen Antisemitismus – und wo weisen sie Defizite auf?
  • Was können Akteur*innen innerhalb und außerhalb Europas aus den Ansätzen der EU lernen, auch aus deren Fehlern und blinden Flecken?
  • Inwiefern unterscheiden sich die Erfahrungen europäischer Organisationen von denen in der WANA-Region oder den Vereinigten Staaten – und was sagen diese Unterschiede über die Grenzen EU-zentrierter Modelle aus?
  • Wie können Netzwerke wie EPNA politische Prozesse begleiten und kritisch mitgestalten, anstatt nur auf sie zu reagieren?
  • Wie kann internationale Zusammenarbeit supranationale Ansätze stärken – und wie stellen wir sicher, dass Policy Briefs die Realitäten der Praxis widerspiegeln und nicht nur institutionelle Logik?

Das Programm verbindet Expertenbeiträge, Arbeitsgruppensitzungen und einen strukturierten Austausch, wobei der Schwerpunkt auf praktischer Relevanz und einer konstruktiv-kritischen politischen Diskussion liegt. Eine Podiumsdiskussion am zweiten Tag bildet einen zentralen Bestandteil des Programms. Die Teilnehmer*innen werden zudem die gemeinsame Ausarbeitung von Policy Briefs vorantreiben – wobei das grenzüberschreitende Netzwerk von Fachleuten der EPNA als wichtige Ressource dient, um diese Dokumente auf gelebte Erfahrungen und vielfältige regionale Perspektiven zu stützen.

Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union jüdischer Studierender (EUJS) und CEJI – Ein jüdischer Beitrag zu einem inklusiven Europa – sowie mit Unterstützung des Koordinators der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung des jüdischen Lebens durchgeführt.

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EPNA | Podcast Episode 15

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In this episode, moderated by Nicole Schweiß, she talks with Eszter Susán from the Tom Lantos Institute about their project Walk the Talk — an initiative that developed an interactive walking tour in the historic Jewish quarter of Budapest, combining elements of drama pedagogy with an audiowalk set in 1944. Beyond confronting a difficult past, the project enables participants to understand the impact of antisemitism and explore how resistance and solidarity can be used to counter it.

 

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