Future 500 | Podcastfolge 2: Global DialoguePerspectives Jo Frank im Gespräch mit Cyril Hovorun

In der zweiten Folge spricht Jo Frank mit Cyril Hovorun, ukrainisch-orthodoxem Theologen und Wissenschaftler, über die religiöse Dimension des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Hovorun analysiert, wie die Russisch-Orthodoxe Kirche unter Patriarch Kirill die sogenannte „Russische Welt“-Ideologie aktiv mitgeprägt hat – eine quasi-theologische Doktrin, die russische Expansion als sakrale Mission legitimiert und die ideologische Grundlage für die Invasion der Ukraine liefert.

Nach Jahrzehnten an der Schnittstelle von Kirche, Politik und internationalem Dialog – u. a. als Forschungsstipendiat in Yale und Columbia sowie als Professor für Ekklesiologie und internationale Beziehungen am Ignatius College in Stockholm – beleuchtet Hovorun die Wurzeln religiösen Nationalismus, die Rolle ökumenischer Institutionen als stille Ermöglicher von Gewalt und die Grenzen des interreligiösen Dialogs. Seine These: Ohne die Dekonstruktion der kriegstreibenden Ideen und ohne Gerechtigkeit – analog zum Nürnberger Tribunal nach dem Zweiten Weltkrieg – wird dieser Krieg nicht wirklich enden, unabhängig von einem Waffenstillstand.

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Global DialoguePerspectives, die Podcast-Reihe von Future 500, bringt aufstrebende Denker*innen aus aller Welt zusammen, um die Ideen zu erörtern, die unsere Gesellschaften prägen, und sich mit Fragen des Vertrauens, der Zusammenarbeit und des sinnvollen Dialogs über Grenzen hinweg auseinanderzusetzen. Die Gespräche beleuchten aktuelle philosophische und technologische Entwicklungen und untersuchen deren Auswirkungen auf den Dialog, den Wiederaufbau von Beziehungen und praktische gemeinschaftsübergreifende Initiativen inmitten wachsender Spannungen in Europa und weltweit. Anhand von Expert*inneneinblicken, persönlichen Reflexionen und gemeinsamen Gesprächen erörtern wir: Wie bauen wir nachhaltige Bewegungen für den Wandel auf?

Wir laden Sie ein, sich Global DialoguePerspectives anzuhören und mitzumachen.

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Sprecher*innen: Jo Frank, Cyril Hovorun | Intro: İrem Çörekçi | Editorial Team: Nihal Çalışır | Audio-Edit: Gal Mayersohn | Illustration: Andrea Schmidt | Musik: Alex Stolze & Yael Gat – White Noise | Programmleitung: Kira Wisniewski | Projektleitung: Jo Frank, Johanna Korneli | © 2026 DialoguePerspectives e.V. | https://future500network.com

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Future 500 | Podcastfolge 3: Global DialoguePerspectives Jo Frank im Gespräch mit Marco Ventura

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In dieser Folge von Global DialoguePerspectives spricht Jo Frank mit Marco Ventura – Professor für Recht und Religion an der Universität Siena und ein führender Wissenschaftler auf den Gebieten Religionsfreiheit, religiöse Diplomatie sowie der Beziehung zwischen Religion und Innovation. Ausgehend von seiner Arbeit in der Wissenschaft und in europäischen politischen Netzwerken reflektiert Ventura darüber, wie religiöse Gemeinschaften mit dem technologischen Wandel, künstlicher Intelligenz und sich wandelnden Formen der Autorität in heutigen Gesellschaften umgehen.

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Future 500 | Retrospekt: Sommer Workshop “Has Dialogue Failed? Towards a New Concept of Interreligious Engagement”

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Der interreligiöse Dialog hat einen Großteil seiner Legitimität auf einem unhinterfragten Syllogismus aufgebaut: dass Kontakt Verständnis schafft, Verständnis Vertrauen schafft und Vertrauen schließlich Frieden hervorbringt. Diese Abfolge bricht in der Praxis zusammen. Die theologische Einordnung des Krieges in der Ukraine durch die russisch-orthodoxe Kirche, der Zusammenbruch der Dialogräume nach dem 7. Oktober und der darauf folgende Krieg im Gazastreifen sowie das Aufkommen von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus in ganz Europa haben offenbart, wie leicht Begegnungen mit anhaltendem Unrecht koexistieren oder diesem sogar Deckung bieten können. Rafael Tyszblat von unserer Partnerorganisation Connecting Actions erklärte: „Die zu frühe Suche nach Gemeinsamkeiten ist oft das Ergebnis mangelnder Ehrlichkeit, wenn es um Machtverhältnisse geht. Frieden lässt sich nicht allein durch gute Absichten erreichen.“ Was benötigt wird, ist kein weiteres Format, sondern die Bereitschaft zu hinterfragen, wem ein bestimmter Raum der Begegnung tatsächlich dient.

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