Der Future 500 Netzwerk Workshop “Rebuilding Bridges: Dialogue, Trust and Solidarity Post October 7th”bringt junge europäische Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um die wichtigsten Fragen zu erörtern, die den Dialog und den sozialen Zusammenhalt heute prägen:
Die europäischen Gesellschaften sehen sich angesichts sich verschärfender Krisen einer zunehmenden sozialen Fragmentierung gegenüber. Digitale und analoge Umgebungen beeinflussen zunehmend, wie Gemeinschaften Ereignisse interpretieren, Konflikte bewältigen und Vertrauen aufbauen. Algorithmische Kuration, KI-gesteuerte Kommunikation und sich wandelnde Medienökologien verändern soziale Beziehungen und den öffentlichen Diskurs grundlegend.
Diese Veränderungen gehen einher mit wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen: interreligiöse Polarisierung, durch Vertreibung bedingte soziale Spannungen, zunehmende Desinformation und die Erosion der Dialogfähigkeit nach kollektiven Traumata. Doch dieser kritische Wendepunkt eröffnet auch neue Möglichkeiten für eine erneuerte Zusammenarbeit und demokratisches Engagement.
Das Future 500 Programm lädt Sie ein, sich den Herausforderungen dieser dringenden Veränderungen zu stellen. In Zusammenarbeit mit TWON (Twin of Online Social Networks) und führenden internationalen Experten werden wir untersuchen, wie digitale Technologien, traditionelle Medienberichte und Gemeinschaftspraktiken sich überschneiden – wie sie Spaltung und Misstrauen verstärken können, aber auch, wie sie Wege für den Wiederaufbau des Dialogs, die Stärkung der Solidarität und die Erneuerung der demokratischen Kultur eröffnen können.
In Workshops, interaktiven Sitzungen, Simulationen, öffentlichen Veranstaltungen und Begegnungen mit Expert*innen werden die Teilnehmer*innen sowohl die Risiken als auch die Möglichkeiten unserer digitalen und sozialen Umgebungen erkunden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Wiederherstellung des Vertrauens zwischen gespaltenen Gemeinschaften liegt.
Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit TWON (Twin of Online Social Networks) organisiert, einem von der EU finanzierten Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die potenziell schädlichen Auswirkungen sozialer Online-Netzwerke (OSNs) auf demokratische Debatten zu untersuchen und der Europäischen Kommission strategische Empfehlungen für eine mögliche Regulierung von Technologieunternehmen oder Plattformbetreibern zu unterbreiten.
Unterkunft und Halbpension während des Programms werden übernommen.
Reisekosten können bis zu 300 € (nur 2. Klasse) erstattet werden.
Detaillierte Informationen zu Reise- und Erstattungskosten erhalten Sie nach dem Auswahlverfahren.
Bewerbungen sind bis zum 18. Januar 2026 möglich.
Call for Application als PDF hier.
Future 500 vernetzt junge europäische Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft, um durch internationalen interreligiös-weltanschaulichen und interkulturellen Dialog konkrete gesellschaftspolitische Initiativen zu entwickeln und diese in der europäischen Zivilgesellschaft umzusetzen.
Vom 23. bis 26. Oktober 2025 fand in Hamburg die sechste Ausgabe von fluctoplasma – Festival für Kunst, Diskurs und Diversität statt. Dagesh konnte als Kooperationspartner das inhaltliche Kernstück des Festivals, die Konferenz „tilting structures“, maßgeblich mitgestalten. Dabei wurden vielfältige Positionen jüdischer Künstlerinnen zu der zentralen Frage sichtbar, wie Diversität strukturell in der Kunst- und Kulturarbeit verankert werden kann. Anlässlich des Festivals kamen zudem Dagesh-Künstler*innen zu einem Netzwerktreffen zusammen.

Zur Eröffnung der Konferenz am 24. Oktober sprachen Dagesh-Referentin Yana Lemberska zu sowie Leyla Erkus (Licht ins Dunkel e. V/ Kein Schlussstrich!). In Panels und Diskussionen wurden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft multiperspektivischer Kulturarbeit beleuchtet und mit Ansätzen für eine strukturelle Verankerung von Diversität jenseits reiner Repräsentationslogik verknüpft. Zu den Mitwirkenden der Konferenz gehörten unter anderem Julia Wissert (Intendantin Schauspiel Dortmund), Jörg Albrecht (Autor und Leiter des Center for Literature) und Vertreter*innen des neu gegründeten Museum Selma (DOMiD e.V.).
FOLKADU Konzert „Von Charme bis Chutzpah“
Ein besonderer Höhepunkt war das Konzert „Von Charme bis Chutzpah“ der Band FOLKADU um die Dagesh-Künstlerin Yael Gat am 25. Oktober im TONALi. In ungewöhnlicher Besetzung – mit Gesang, Oud, Akkordeon, Trompete und Schofar – führte das Ensemble durch die Klangwelten globaler jüdischer Folkmusik. Hebräische, jiddische und ladinosprachige Lieder, Gedichte und traditionelle Melodien verschmolzen zu einem zeitgenössischen Repertoire, das jüdische Vielfalt hör- und spürbar machte.

Ausstellung „traces beyond the west“
Die Gruppenausstellung „traces beyond the west“ vereinte Arbeiten aus Fotografie, Zeichnung, Installation, Video und Textil, die sich mit Nachwirkungen und gegenwärtigen Manifestationen von Gewalt, Kolonialismus und Katastrophen auseinandersetzen. Dagesh-Künstlerin Hadas Tapouchi war mit ihrer Arbeit „Poznan – Force“ vertreten, einer fotografischen Serie, in der sie topografische Spuren ehemaliger Zwangsarbeitslager in Polen dokumentiert und zeigt, wie Geschichte in alltägliche Räume eingeschrieben bleibt – oft unsichtbar, aber allgegenwärtig.

Dagesh-Netzwerktreffen im Rahmen des fluctoplasma Festivals
Am 25. Oktober kamen im Rahmen von fluctoplasma Mitglieder des Dagesh-Netzwerks zu einem Netzwerktreffen zusammen. Das Treffen bot Raum für Austausch, Vernetzung und persönliche Begegnung zwischen Künstlerinnen und Kulturschaffenden aus dem Netzwerk. Gemeinsam besuchten die Teilnehmenden das Konzert „Von Charme bis Chutzpah“ sowie die Ausstellung „traces beyond the west“. Nach einer gemeinsamen Führung entwickelte sich ein intensiver Austausch über die präsentierten Werke. In den Gesprächen mit den anwesenden Künstlerinnen standen insbesondere Fragen nach Erinnerung, Verantwortung und dem Sichtbarmachen des Verdrängten im Mittelpunkt. Die künstlerischen Positionen eröffneten neue Perspektiven auf das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart und regten dazu an, über die Rolle von Kunst als Raum des Erinnerns und als Impulsgeberin für gesellschaftliche Veränderung nachzudenken.
Die Zusammenarbeit mit dem fluctoplasma Festival schuf einen wichtigen Raum, in dem Kunst und Verantwortung, Erinnerung und Zukunft miteinander in Dialog treten konnten und in dem zeitgenössische jüdische Stimmen und Positionen jüdischer Gegenwartskunst in ihrer Vielfalt sichtbar wurden. Das Festivalprogramm verwies eindrücklich auf das Potential künstlerischer Praxis für die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft und unterstrich die besondere Rolle von Dagesh als Plattform für jüdische Gegenwartskunst im gesellschaftlichen Diskurs. Unser besonderer Dank gilt den Kurator*innen Nina Reiprich und Dan Thy Nguyen sowie dem gesamten fluctoplasma-Team für die wunderbare Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die Fortsetzung im kommenden Jahr.
Der EPNA-Herbstworkshop in Rom brachte Fachleute aus ganz Europa zusammen, um sich mit dem Thema Antisemitismus in Italien auseinanderzusetzen. Als Heimat der ältesten jüdischen Gemeinde ist Italien aus historischer und politischer Sicht ein sehr interessanter Fall. Der Workshop umfasste Präsentationen zum Fall Italien und eine Podiumsdiskussion, bei der politische Entscheidungsträger über den Aufbau von Vertrauen zwischen verschiedenen Sektoren zur Bekämpfung von Antisemitismus diskutierten. Darüber hinaus bot der Workshop den Teilnehmer*innen Kompetenztrainings und Gelegenheiten zum aktiven Austausch mit lokalen Organisationen.
In dieser Podcast-Episode, moderiert von Nicole Schweiß, erfahren Sie mehr über die Erfahrungen der Teilnehmer*innen in Rom. Nicole spricht mit Stefania Manca (Institut für Bildungstechnologie, Italienischer Nationaler Forschungsrat), Josh Dubell (Solutions Not Sides Programme, Großbritannien), Joshua Krug (Forscher, Deutschland), Mikheil Grishashvili (Friedenssynagoge, Georgien), Basya Gartenstein (GEZUBI, Österreich), Raja-Léon Lange (Fachnetzwerk gegen Antisemitismus in Sachsen, Deutschland) und Eliza Gaust (HaKoach Association, Polen).
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Intro: Bethany Odd I Moderator: Nicole Schweiß I Audio-Edit: Gal Yaron Mayersohn I Music: Hopeful Start by John Bartmann is licensed under a CC0 1.0 Universal License I Illustration: Saskia Schlarmann I Project Lead: Jo Frank, Johanna Korneli | © 2025 DialoguePerspectives e.V. | https://against-antisemitism.eu/ I insta: dialogueperspectives_epna
Die CPPD vergibt Microgrants zur Unterstützung zivilgesellschaftlicher Projekte zu pluralen europäischen Erinnerungskulturen.
Bewerbungen sind für zwei Arten von Förderungen möglich:
Kooperationsgrant
Initiativgrant
Wer kann sich bewerben?
Die Microgrants stehen CPPD-Mitgliedern zur Verfügung, die sich aktiv im CPPD-Netzwerk engagieren. Gefördert werden Projekte, die neue und innovative Ansätze für die europäische Erinnerungskultur verfolgen. Besonders unterstützt werden multilaterale Kooperationen.
Die Auswahl der Projekte erfolgt nach folgenden Kriterien:
Bewerbungen können bis zum 30. Juli 2025 eingereicht werden.
Am 18. Juni 2025 wurde im Rahmen der 3. Deconfining Konferenz „Towards pluralistic voices – On funding systems and the work on archives in European-African cultural relations“ das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ im Garten des Goethe-Instituts in Madrid eröffnet.
Eine zentrale gesellschaftspolitische Herausforderung unserer Zeit liegt in der kritischen Auseinandersetzung mit der europäischen Kolonialgeschichte und aktuellen dekolonialen Prozessen. Genau hier setzt die Ausstellung des Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ an. Das Dynamic Memory Lab ist ein modularer Ausstellungsbau, der sich Themen der europäischen Erinnerungskultur widmet. Nach seiner Eröffnung im Frühjahr in Berlin, ist das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ aktuell im Goethe-Institut Madrid zu sehen. Die Eröffnung fand am 18. Juni im Rahmen der 3. Deconfining Konferenz „Towards pluralistic voices – On funding systems and the work on archives in European-African cultural relations“ statt. Die künstlerische Kuratorin des DML, Cátia Severino, und CPPD-Kurator Max Czollek nahmen an Podiumsdiskussionen teil und führten in das Konzept des Dynamic Memory Lab ein.
In ihrer Eröffnungsrede verwies Ko-Kuratorin Cátia Severino den Fokus der Ausstellung auf Dekolonisierung als konkrete, politische Praxis. Erinnern im Kontext von Dekolonisierung, so Severino, bedeute neben Rückblick vor allem aktives Zuhören: auf das, was zum Schweigen gebracht wurde; auf Stimmen, die marginalisiert wurden; auf Geschichten, die verdrängt worden sind; und auf das Aufzeigen von Machtverhältnissen, die bis heute fortwirken. Genau das macht das Dynamic Memory Lab: einen Raum schaffen für Dialog: „This exhibition is not the end of a conversation – it is an opening.“
Dieses zentrale Motiv spiegelt sich auch in der regionalen Erweiterung der Ausstellung in Madrid wider: In Zusammenarbeit mit den spanischen Partnerorganisationen Conciencia Afro und Osikán Vivero de Creación e Imaginación Social wurden die Arbeiten aus künstlerischen Residenzen in die Ausstellung einbezogen. Die Performances eröffneten zeitgenössische Perspektiven auf koloniale Gewalt, rassifizierte Arbeitsverhältnisse, unterdrückte Narrative und Erinnerungspraktiken.
Diese zentralen Themen wurden im Rahmen der Deconfining-Konferenz aufgegriffen und weiterentwickelt, u.a. in der Frage, wie europäische Kulturförderung und Archivpraxis gestaltet sein müssen, um postkoloniale Machtasymmetrien aufzubrechen. In den Paneldiskussionen wurde zudem der Bedarf an langfristigen, transparenten Förderstrukturen deutlich, um lokale Akteur*innen und Initiativen zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu sichern. Dabei ist die Etablierung eines Verständnisses von Archiven als lebendige Orte des Austauschs, die Irritation zulassen und sich kontinuierlich weiterentwickeln, essentiell.
In seinen abschließenden Bemerkungen stellte CPPD-Kurator Max Czollek die Arbeit der CPPD als europäisches Netzwerk künstlerischer, zivilgesellschaftlicher und bildungspolitischer Praxis vor. Czollek betonte die Notwendigkeit, Pluralität machtkritisch zu denken.
Das Dynamic Memory Lab „Cycles of Decolonisation“ ist noch bis Ende August 2025 im Garten des Goethe-Institut Madrid für Besucher*innen geöffnet.
Am 9. Mai 2025 präsentierte Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext beim 31. Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) im Rahmen des Branchentags JFBB pro ein kuratiertes Filmprogramm. Die Veranstaltung stand im Zeichen des künstlerischen Dialogs und der Sichtbarmachung vielfältiger jüdischer Perspektiven und richtete sich gezielt an ein Fachpublikum aus der Film- und Kulturlandschaft.
Im Zentrum des Programms standen fünf Kurzfilme aus dem Dagesh-Netzwerk:
Die ausgewählten Werke gaben auf eindrucksvolle Weise Einblicke in die Vielfalt jüdischer Gegenwartserfahrungen in Deutschland und Europa. Thematisch setzen sich die Filme mit jüdischen Künstler*innen-Identitäten, persönlichen Implikationen des Krieges in der Ukraine, mit Migrations- und Gastarbeiter*innengeschichte in der Bundesrepublik sowie mit Fragen individueller und kollektiver Identität in sich wandelnden gesellschaftlichen Kontexten auseinander.
Im Anschluss an das Filmscreening fand ein moderiertes Gespräch mit den Filmemacher*innen statt. Moderiert von Dagesh Kurator Daniel Laufer wurde über Entstehungsprozesse, künstlerische Entscheidungen und biografische Hintergründe der einzelnen Werke diskutiert. Das Publikum erhielt dabei auch vertiefende Einblicke in die künstlerische und methodische Vielfalt des Dagesh-Künstler*innennetzwerks und konnte direkt mit den Künstler*innen in Austausch treten.
Die Veranstaltung war Teil von JFBB pro, dem Branchentag des Festivals, der Fachpublikum aus Film und Kultur zusammenbringt, um Austausch, Vernetzung und neue Impulse im Bereich jüdischer Themen im Film zu fördern.
Dagesh bedankt sich bei allen Beteiligten, Gästen und Partner*innen für ein bereicherndes Formar voller Kunst, Gespräch und Begegnung.
Dagesh. Jüdische Kunst im Kontext lädt Künstler*innen aus dem Netzwerk zur ersten Ausstellung von Dagesh-Studio on the Road ein. Im Oktober 2025 startet die Reihe, die sich am Zyklus des jüdischen Kalenders orientiert, in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz mit der #Sukkot Edition 2025. In Zusammenarbeit mit den Tagen der jüdischen Kultur e.V. Chemnitz wird Dagesh eine Sukka im Chemnitzer Stadtpark bespielen und lädt hierfür Künstler*innen des Netzwerks ein, gemeinsam einen Raum zu schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen.
Die künstlerischen Beiträge – fertige Arbeiten, Flachware, Kleinskulpturen oder Sound-/Videoarbeiten – sollen den Dialog zwischen Tradition und moderner künstlerischer Praxis widerspiegeln und die Themen Fragilität, Vergänglichkeit und Verbundenheit thematisieren. Performances, Essays oder Gedichte mit thematischem Bezug für die Gestaltung des Begleitprogramms können ebenfalls eingereicht werden.
Alle Informationen zum Einreichen von Beiträgen befinden sich hier.
09. Mai 2025
Die ersten Qualifizierungstage für Dagesh on Tour-Künstler*innen und -Bildungsreferent*innen des Jahres 2025 fanden vom 5. bis 7. März in Berlin und Eberswalde statt. Der Fokus lag bei dieser Qualifizierung auf dem Einfluss aktueller politischer Entwicklungen – vor allem im ländlichen Raum – auf Workshopsituationen und kultureller Bildungsarbeit. Am ersten Tag hielt das mobile Beratungsteam Angermünde, Barnim/Uckermark einen Input und Workshop über rechtsextreme Strukturen in Brandenburg, best practice-Beispiele zivilgesellschaftlicher Organisationen und erläuterte den „Kulturbegriff“ im rechten Milieu. Am Nachmittag hatten die Teilnehmer*innen noch Zeit für eine angeleitete kollegiale Fallberatung.
Der zweite Tag der Qualifizierung fand in Eberswalde statt und startete mit einer Führung durch die Sonderausstellung „Ellen Auerbach und Lea Grundig – Zwei Künstlerinnen in Palästina mit Kunstwerken von Atalya Laufer“ des Museums Eberswalde. Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmenden ausführlich mit den dort ausgestellten Werken der Dagesh Künstlerin Atalya Laufer und erhielten Einblicke in das Workshopkonzept zur Ausstellung, das mehrfach schon im Rahmen von Dagesh on Tour erfolgreich durchgeführt wurde.
Am dritten Tag der Qualifizierung schulte Marina Chernivsky von OFEK e.V. die Teilnehmenden ausführlich zum eigens erarbeiteten Dagesh on Tour-Schutzkonzept. „Wie immer eine tolle Gruppenatmosphäre und ein Gefühl der Sicherheit“ lobte eine der Teilnehmer*innen diesen Part der Qualifizierung.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die erfolgreichen Tage, die verschiedenen Einblicke, die aktive Teilnahme und den stärkenden Austausch untereinander.



Fotos von Dagesh, Installation von Atalya Laufer

Die Zustimmung Europas zum rasanten Backlash markiert eine Zeitenwende. Antisemitismus, Rassismus, Frauen- und Queerfeindlichkeit sowie die Verachtung der Demokratie sind nicht einfach nur normalisiert – sie spiegeln den Willen großer Teile der Gesellschaft wider.
Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik sind untrennbar mit dieser Zeitenwende des gesellschaftlichen Backlashs verbunden. Durch das Erinnern an historisches Versagen von Menschlichkeit, an Zerstörung, Verbrechen, Krieg und Leid soll gesellschaftliches Lernen ermöglicht werden. Erinnern ist dabei nicht bloß ein Akt des Gedenkens, sondern eine Methode des Einübens von Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität. Dies ist der gesellschaftliche Auftrag der Erinnerung – zumindest wenn „Nie Wieder“ mehr sein soll als eine hohle Parole. Doch angesichts der aktuellen Entwicklungen, die sich eher einem „Immer Wieder“ annähern, stellt sich die Frage, was von diesem Versprechen der Nachkriegszeit tatsächlich noch übrig ist.
Die Krise des Vertrauens in die Erinnerungskultur macht deutlich: Der gesellschaftlichen Zeitenwende des Backlashs muss eine widerständige Erinnerungskultur der Zivilgesellschaft entgegengesetzt werden – eine Kultur, die nicht nur bewahrt, sondern aktiv gestaltet. Wenn nötig, auch gegen eine zunehmend autoritäre Politik.
Anlässlich des Europäischen Kongress 2025 widmet sich die Coalition for Pluralistic Public der europäischen Zeitenwende und diskutiert gemeinsam mit europäischen Künstler*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen aus aus dem CPPD Netzwerk sowie mit europäischen Partner*innen Wege des Widerstands.
Diese Veranstaltungen finden im Rahmen des Europäischen Kongresses statt:
Die Zustimmung Europas zum rasanten Backlash: Das ist die Zeitenwende. Antisemitismus, Rassismus, Frauen- und Queerfeindlichkeit, Demokratieverachtung sind nicht normalisiert – sie sind Volkes Wille. Der Zeitenwende des gesellschaftlichen Backlash muss eine Erinnerungskultur der widerständigen Zivilgesellschaft folgen. Eine Erinnerungskultur, die Ausdruck eines Willens zur Gestaltung wird, notfalls gegen eine zunehmend autoritärere Politik.
Am 14. März 2025 widmet sich die Coalition for Pluralistic Public Discourse im Studio Я der europäischen Zeitenwende und diskutiert Wege des Widerstands.
Mit Max Czollek, Cátia Severino, Noa K. Ha, Gilda Sahebi und weiteren Gästen
Mit künstlerischen Beiträgen von Ricardo Domeneck und Zselyke Z. Tarnai.