EPNA I Frühlingsworkshop in Budapest

„Die steigende Verbreitung von Antisemitismus über nationale Grenzen hinweg sowie die Überwindung etablierter politischer Schranken erfordern verstärkte Bemühungen europäischer Netzwerke, nicht nur reaktiv, sondern proaktiv gegen Antisemitismus vorzugehen“. Dies betonte Prof. Dr. Frederek Musall, Vorsitzender von DialoguePerspectives e.V., vor dem zweiten Treffen des European Practitioners Network against Antisemitism (EPNA) vom 17. bis 19. April 2024 in Budapest.

Das zweite EPNA-Netzwerktreffen zum Thema „Antisemitism: Denial, Distortion, Disguise. Mobilizing Civil Society for Resistance“ versammelte mehr als 40 zivilgesellschaftliche Akteure, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen aus ganz Europa, die sich gegen Antisemitismus engagieren. Unter den Teilnehmenden waren Vertreter*innen von Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, religiösen Gemeinschaften und Forschungsverbänden. Schwerpunkte des Workshops waren die Entwicklung von Strategien gegen Holocaustleugnung und die Mobilisierung der Zivilgesellschaft im Kampf gegen Antisemitismus.

Die Teilnehmenden und Gäste diskutierten den Zusammenhang zwischen der Politik hybrider Regime und einer geschichtsfälschenden Erinnerungspolitik sowie die direkten Auswirkungen gesellschaftlicher Polarisierungen auf die demokratische Zivilgesellschaft in Europa.

Die Veranstaltung begann mit einem Vortrag von Dr. Andrea Pető von der Central European University (CEU) über Erinnerungspolitik und Verzerrungen des Holocausts in Ungarn.

Am zweiten Tag konzentrierte man sich auf die Zusammenarbeit in interaktiven Gruppen, in denen sich die Teilnehmenden mit der Problemanalyse in ihren jeweiligen Fachgebieten beschäftigten. Die Gruppen waren um die folgenden Themen herum organisiert:

1: Holocaust-Erziehung und der Kampf gegen die Verzerrung/Leugnung des Holocaust,

2: Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Schulen, Universitäten und unter jungen Menschen,

3: Erforschung der Überschneidungen von Antisemitismus, Rassismus, Verschwörungsideologie und Frauenfeindlichkeit,

4: Bekämpfung von Online-Antisemitismus, Fake News und Online-Radikalisierung.

Am Nachmittag ging es auf eine geführte Tour mit dem Titel „Contested lieux de mémoire“ (Umstrittene Erinnerungsorte), bei der Holocaust-Gedenkstätten und das jüdische Erbe im Stadtzentrum von Budapest erkundet wurden.

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Resiliente Allianzen – Strategien zur Mobilisierung der Zivilgesellschaft gegen Antisemitismus“, an der Hannah Rose vom Institute for Strategic Dialogue (ISD) und Hanna Veiler von der European Union of Jewish Students (EUJS) teilnahmen.

Der folgende Tag begann mit einem Vortrag von Michael Smeltzer von Freedom House zum Thema „Hybride Regime und demokratischer Niedergang“. Im Anschluss daran hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich mit Praktiker*innenn aus Ungarn auszutauschen. Phiren Amenca stellte seine Initiativen als ein Netzwerk vor, das sich aus Freiwilligen und Freiwilligenorganisationen von Roma und Nicht-Roma zusammensetzt und sich der Förderung von nicht-formaler Bildung, Dialog und Engagement zur Bekämpfung von Stereotypen und Rassismus verschrieben hat. Zachor Hungary gab Einblicke in seine Methoden der historischen Bildung und des gesellschaftlichen Erinnerns. Marom stellte die Aktivitäten seines jüdischen Kulturzentrums vor.

Der Workshop endete mit einer Verabschiedung, gefolgt von einem Besuch der Synagoge in der Dohány-Straße.

Fotos von Ákos Kaiser

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